Der Landwehrgraben



Das durch den Verein zuletzt angepachtete Gewässer, ist zugleich eines der bedeutendsten Gewässer im Sinne der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union. Im Landwehrgraben hat der Verein wiederum mittels Elektrofischfang eine der größten und bedeutendsten Populationen des Bitterlings nachgewiesen. Die Tiere stammen vermutlich aus dem Reinheimer Teich. Bei der ersten Bestandskontrolle im August 1999 wurden 11 verschiedene Fischarten, darunter die bereits genannten Bitterlinge, aber auch Raubfische wie Aal , Hecht und Flussbarsch nachgewiesen.

 

 Auch hier führt der Verein mittels Elektrofischfang 1-2 x jährlich eine Bestandskontrolle durch und entnimmt regelmäßig zugewanderte Raubfische. Der Bestand der Bitterlinge hat sich daher in den Folgejahren stabilisiert. Seit 2005 steigt der Bestand der Bitterlinge wieder kontinuierlich an. Im Herbst 2006 wurde die Population auf der Grundlage einer Bestandskontrolle auf über 1.000 Exemplare auf einer Gewässerlänge von rd. 400 Metern geschätzt (2003/2004: jeweils unter 100 Exemplare). Zu diesem Erfolg beigetragen hat auch ein massiver, jährlicher Besatz mit Grußmuscheln seit 2005 in Kooperation mit dem Regierungspräsidium Darmstadt – Naturschutzabteilung –.

Ohne einen ausreichenden Bestand an Großmuscheln ist eine Reproduktion der Bitterlinge nicht möglich. In der Laichzeit legt nämlich das Bitterlingsweibchen mit Hilfe einer 2-3 cm langen Legeröhre seine Eier in die Öffnung der Muschel. Die Eier werden unmittelbar danach durch das Männchen befruchtet. Die Eier und danach die kleinen Bitterlinge entwickeln sich im Schutz der Muschel. Erst wenn sie eine gewisse Größe erreicht haben, verlassen sie die Muschel und entwickeln sich in den ufernahen Bereichen mit Unterwasservegetation zum geschlechtsreifen Tier.

 

Zur weiteren Stützung wurde der Landwehrgraben auch erst kürzlich teilrenaturiert. In den nunmehr geschaffenen Flachwasserstellen entwickelt sich eine Unterwasservegetation, die den Bitterlingen, aber auch anderen Kleinfischen einen ausreichenden Lebensraum und Schutz gegenüber den Fressfeinden bietet.